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Russian German Jewish Christian Life -

oder auch: Identitätskrise!

WER bin ich? Das habe ich mich schon oft gefragt.

Russischer deutscher Jude

In der Sowjetunion wurden wir als "deutsche Juden" ausgegrenzt. In meinem sowjetischen Paß stand bei Nationalität "Jude". Wir waren dort alles, bloß keine Russen. Obwohl sich schon ein Russe bei uns eingeheiratet hatte.

Dann komme ich als 15jähriger Kerl nach Deutschland und erwarte, hier das zu sein, als was man mich bei den Sowjets bezeichnete. Aber was bin ich hier?

Russe!

Manchmal auch russischer Jude.

Das ist echt paradox. Als Deutscher wurde ich ausgegrenzt von den Russen, von den Deutschen werde ich als Russe ausgegrenzt.

Als was fühle ich mich? So richtig Deutsch ja nicht. Das ist eine andere Mentalität. Mir persönlich zu steif.

Wenn mich jemand fragt, was ich bin, dann sage ich oft: Sibirier. Ja, das paßt zu mir. Ich bin gerne Sibirier, ich liebe den Wald, die unendlichen Weiten, den Winter, Pelmeny, alle Klischees. Aber das ist auch nur so eine halbgare Sache.

Deutscher russischer jüdischer Sibirier?

Christ oder Jude?

Ich war mit Unterbrechungen etwa 10 Jahre lang Christ. Heute bin ich offiziell keiner mehr, die Glaubensgrundsätze waren mit mir nicht vereinbar.

So richtig Jude bin ich aber auch nicht, obwohl ich versuche, meine jüdischen Wurzeln wiederzufinden.

Ich war vieleicht 5 als ich zum ersten Mal zum "lieben Gott" flehte, er soll uns retten, er soll machen, daß alles gut wird. Leider passierte nichts. Nie, wenn ich Gott um irgendetwas bat, passierte etwas. Meine christliche Gemeinde die ich später in Deutschland hatte, hat mir mal gesagt das hätte daran gelegen daß ich nicht richtig geglaubt habe.

Ich habe Gott schon immer in der Natur gesehen, in der Schöpfung. Wenn ich in der Natur unterwegs bin fühle ich mich ihm manchmal nahe.

Im Grunde glaube ich, wenn es Gott gibt, ist er wie ein Vater, der seine Kinder liebt. Aber ein guter Vater knüpft seine Liebe nicht an Bedingungen. Er sagt nie, weil du böse warst, oder mich verleugnet hast, oder nichts mit mir zutun haben wolltest, oder ein falsches Bild von mir hattest, will ich jetzt nicht mehr mit dir zusammen sein. Nein, die Tür steht immer offen, auch wenn die Erkenntnis, die oft nicht mehr ist als nur Zufall, eigentlich viel zu spät kommt. Darum kann ich mir nicht vorstellen, daß Gott einen Menschen in die Verdammnis schickt oder bestraft, weil er einer falschen Ideologie nachgelaufen ist, oder etwas bestimmtes (z.B. an Jesus) nicht geglaubt hat. Das käme eigentlich einem Auslosungsverfahren gleich... wie soll der Mensch sich zwischen so vielen Möglichkeiten entscheiden.
Gott ruft jeden Menschen mit anderer Stimme, jeder erlebt ihn auf andere Art, die zu ihm paßt. Die einen finden ihn im Judentum, manche in Jesus, manche in ganz unorthodoxen, nicht einzuordnenden Sachen... wie ich. Es gibt keine Religiöse Lehre der ich mich zu 100% zuordnen kann. Auch dem Judentum nicht. Ich glaube aber, daß die Juden ein ganz besonderes, auserwähltes, von Gott beschütztes Volk sind, sonst würden sie heute nicht mehr existieren.

Seit einem tiefgreifenden, alles verändernden persönlichen Erlebnis bin ich Allversöhner und weiß, daß die Ewigkeit nicht davon abhängt, an was genau wir nun geglaubt haben. Hauptsache, wir haben im Herzen nach dem Guten gestrebt. In dieser Ewigkeit werden wir viele Leute antreffen, Christen, Juden, Moslems, Atheisten... und was es sonst noch so gibt. Weil Gott wie ein Vater ist.

Aber was ist das nun alles? Christlich oder jüdisch? Wieder einmal sitze ich zwischen den Stühlen.

Deutscher russischer christlich-jüdischer Sibirier?

Männlein oder Weiblein...

Ich hatte schon mit Frauen sowohl als auch mit Männern Beziehungen. Ich kann mich nicht entscheiden. Trocken und analytisch nennt man das wohl bisexuell.

Ich mag den Ausdruck nicht!

Ich sage: Es ist einfach nicht wichtig. Das Geschlecht ist mir nicht wichtig. Wenn ein Mensch schön ist (auf seine Art, innerlich wie äußerlich), dann ist er es wert, geliebt zu werden.

Ich bin für die ganze Welt offen, nicht nur für die halbe.

Wieder einmal keine klare Entscheidung!

Hilfe, es wird ja immer schlimmer:

Deutscher russischer christlich-jüdischer bisexueller Sibirier?

Aspie

Aspie sein (mehr dazu im Thema "Krank?" ) ist auch so ein Balanceakt zwischen den Welten.

Ich bin nicht, wie ein Kanner-Autist, völlig in meiner Welt verloren. Ich kann zaghafte Kontakte zur anderen Welt knüpfen. Ich stehe in der Realität.

Ich bin normal, aber auch nicht.

Ich bin krank, aber ich bin nicht krank. Verrückt!

Fazit

Deutscher russischer jüdisch-christlicher bisexueller autistischer Sibirier?!

Ich glaube, das machen wir nochmal von vorn...




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