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Krank? - oder auch: Ich, der Aspie

Hand aufs Herz: Würde ich jetzt einen Text aus Wiki über Asperger kopieren, den würde doch kein Mensch lesen. Also spare ich mir das.

Nur kurz: Autismus ist eine tiefgreifende Entwicklungsstörung. Kann sich darunter jemand etwas vorstellen? Nein.

Wie empfindet man als Autist eigentlich. Ich habe mal versucht, das zu erklären.

Die Käseglocke

Das ist so, daß man als Autist wie unter einer Käseglocke lebt (aus Glas). Man sieht die Menschen um sich herum und sie sehen dich auch, aber sie können nicht zu dir hinein und du auch nicht zu ihnen hinaus! So versuchst du von da drinnen Zeichen zugeben, die da draußen oft nicht richtig verstanden werden und da draußen geben sie dir Zeichen hinein, die du sehr oft nicht richtig verstehst.

Und unter deiner Käseglocke, da ist so ein eigener kleiner Mikrokosmos. Was da draußen ist, weiß nicht. Es ist einfach nur komisch und manchmal beängstigend, da bleibe ich lieber hier drin, denn hier habe ich auch ein Stück weit Schutz. Mein Mikrokosmos, in den keiner hineinkann.

Der Fahranfänger

Erinnere dich mal als du den Führerschein gemacht hast, ich hoffe du hast ihn sonst verstehst du das vieleicht nicht.
Da hast du dich konzentriert auf jeden einzelnen Schritt, Kupplung treten, Gang einlegen, aufs Gas, blinken. Da hast du jeden einzelnen Schritt ganz bewußt und konzentriert gemacht und mußtest darüber nachdenken.


Später wenn man Fahrpraxis hat, sind das alles nur noch Automatismen. Man fährt zwar bewußt, aber denkt nicht über die einzelnen Schritte und Abläufe nach sondern tut es einfach.
So wie ein erfahrener Fahrer, so kommuniziert ein normaler Mensch. Er spricht und betont, gestikuliert dabei automatisch und hat auch automatisch eine Mimik.


Und wie das Fahren für einen Fahranfänger, so ist Kommunikation für einen Autisten. Über jeden einzelnen Schritt nachdenken! Dies und jenes muß ich jetzt so und so betonen, dann muß ich dem Gegenüber mal in die Augen schauen, dann sollte ich mal irgendwie mit dem Arm dazu fuchteln. Oft denkt man auffällig lang nach über die einzelnen Schritte, sie sind wie eingeübte Vokabeln und oft macht man (wie ein Fahranfänger) Fehler oder vergißt einen Schritt und "fährt" sehr langsam.

Zwischen den Zeilen

Non-ver-ba-le Kom-mu-ni-ka-tion.

Das Zauberwort.

Wie das geht? Ich habe den dreh noch nicht raus. Warum eigentlich. Warum lernen wir sprechen, wenn wir damit doch nie das ausdrücken, was wir wollen? Warum sagen Menschen "A" und wollen aber durch irgendwelche Fuchtelei oder Betonung zu verstehen geben, daß sie eigentlich "B" oder "C" meinen?

Ich bin immer ehrlich. Leider mögen das viele nicht. Sie wollen, daß man ehrlich ist, hauptsache, man ist nicht ehrlich. Hm? Da gibt es irgendeinen Code: Das darfst du ehrlich sagen, da darfst du nur ehrlich tun, aber du mußt lügen.

Okay?

Daß man einer Frau IMMER sagen muß, daß sie gut aussieht, das habe ich inzwischen begriffen.
Aber wie ist das bei sonstigen Themen, so allgemein.

Gibt es da eine Blacklist, wo draufsteht: Da darf man ehrlich sein, das Thema ist tabu... und wenn ja, wo gibt's die?

Krank? Nein, anders!

Letztendlich kann ich sagen, Autismus ist keine Krankheit. Warum sollte es eine Krankheit sein? Es ist eine andere Form des Seins. Ich nehme die Welt anders war. Das ist gut! Die Welt hat so viele Facetten, es wäre schade, wenn jeder Mensch nur dieselben wahrnehmen könnte.

Oder wie siehst DU das?




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