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Krebs

Haare

Ich freue mich ja schon wie blöd, daß ich bald wieder Haare auf dem Kopf bekomme.

Noch eine Chemo, dann sollte nach wenigen Wochen die komplette Matte wieder sprießen.

Es ist ja nicht so, daß ich gar keine Haare mehr hätte. Aber durch den chemisch bedingten Ausfall waren sie sehr licht geworden und die ständig ausfallenden Haare haben mich so genervt, daß ich die verbliebenen auf wenige Milimeter kurz geschoren habe.

Ab jetzt werde ich mich nicht mehr scheren, sondern beginnen die verbliebenen paar Haare schonmal wachsen zu lassen, die anderen kommen dann ja hoffentlich bald nach.

Wie sie dann wohl aussehen? Ich habe von Leuten gehört, daß ihre nachwachsenden Haare nach der Chemotherapie eine ganz andere Struktur hatten (z.B.Wellen oder Locken plötzlich) und manchmal auch ein wenig die Farbe geändert. Bei vielen waren die Haare sogar dichter als vorher.

Ich bin gespannt. Und ich freue mich, wenn ich mich bald wieder ein wenig attraktiver fühlen kann.

1.8.08 22:13


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Chemopetrol - vorletztens

Heute hatte ich meine vorletzte Chemotherapie.

Zum Glück schon die vorletzte. Zum Glück nur noch einmal. Es ist körperlich und psychisch kaum noch zu bewältigen. Dieser Druck und dieses Gift, sie sind einfach unfaßbar. Unfaßbar in ihrer zerstörerischen Gewalt, wie sie verfallen lassen, wie sie weinen lassen, wie sie sterben lassen - ich hoffe, das richtige fiel zum Opfer. Daß das Todbringende nun selbst tot ist.

In 2 Wochen noch die letzte. Dann noch Bestrahlung, das wird nicht mehr so schlimm. Das schlimmste habe ich dann hinter mir, hoffe ich. Einige Monate noch, dann ist diese Prozedur vieleicht tatsächlich überstanden? Vieleicht habe ich es geschafft und bin tumorfrei? Das wäre schon nicht schlecht.

Für mein Kind vor allem. Es braucht mich als Vater und ich will es lange, lange um mich haben. Und ich will dabei einigermaßen bei Kräften sein. Damit ich mit ihm spielen kann, toben und eines Tages mal nach Sibirien reisen und mit der Transsib fahren.

Ja, davon Träume ich. Und manchmal werden Träume sogar wahr.

28.7.08 22:06


Tage, wie dieser...

Ich habe heute fast den ganzen Tag geschlafen.

Ich fühle mich so müde, kraftlos, ausgelaugt, innerlich leer. Manchmal glaube ich, wenn ich jetzt einschlafe, wache ich nicht mehr auf.

Die Waage hat heut morgen wieder ein erschreckendes Minus verzeichnet. Ich kann mich selbst nicht mehr ansehen. So ausgemergelt und verfallen, alt und kahl. Häßlich. Abstoßend. Tot.

Eingeschlafenes Liebesleben. Keine Energie, keine Lust, keine Kraft. Es tut mir leid für sie. Aber ich kann einfach nicht, nicht jetzt. Mein Gewissen hämmert deshalb, ich versaue ihr junges Leben. Ich kranker, alter Mann.

An Tagen wie diesem habe ich im Inneren die Befürchtung, daß ich es nicht schaffen werde. Die Therapie schlägt zwar an, aber ich habe die Angst, daß mein Körper nicht mehr die nötige Kraft aufbringen kann, um sie bis zum Ende durchzustehen.

Daß ich einfach mal einschlafe, an einem warmen, sommerlich-sonnigen Spätnachmittag und nicht mehr die Kraft habe, wieder aufzuwachen.

29.6.08 23:59


Chemopetrol - Teil IV

Heute war es wieder so weit.

Wie jede Nacht davor konnte ich kaum schlafen und mit Grauen ging ich wieder zur Ambulanz, um mir meine Überlebenswichtige Dosis Zellgift abzuholen.

Diesmal war es ganz in Ordnung, mir wurde nicht allzu schlecht und zu Hause war ich gleich wieder relativ fit.

Leider so fit, daß ich mich maßlos überschätzt habe. In dieser Affenhitze wollte meine Stieftochter unbedingt ins Freibad.

Ich hasse Freibäder wirklich, diese vielen Menschen, das Gedränge, aber ich habe mich von ihr überreden lassen, trotz meiner Aversion und der Chemo am Vormittag, mit ihr dort hin zu gehen.

Es war für sie natürlich ein sehr schöner Tag und das ist gut, ich war allerdings froh, als wir wieder zu Hause waren.

Jetzt stelle ich fest, es war einfach eine Nummer zuviel. Die Chemo, die Sonne, die Hitze. Jetzt ist mir ziemlich schlecht, ich habe Kopfschmerzen und fühle mich sehr erschöpft.

Normalerweise hätte ich zu Hause bleiben und mich hinlegen sollen.

Aber was tut man nicht alles für die lieben Kleinen...

2.6.08 20:24


Ich bin dann mal weg...

Ich bin ab morgen für einige Tage, ich weiß noch nicht wieviele, stationär im Krankenhaus.

Vieleicht habe ich Glück und bekomme übers Wochenende frei. Vieleicht aber auch nicht...

In dieser Zeit werde ich logischerweise keine Blog-Einträge schreiben.

Ich wünsche euch alles Gute und eine schöne Zeit.

Euer Savik

20.5.08 22:54


Chemopetrol - Teil III

Da dachte ich schon, schlimmer als beim letzten Mal könnte es kaum werden.

Irrtum!

Heute dachte ich wirklich, sie vergiften mich.

Schon nach wenigen Minuten wurde mir übel. Es wurde immer schlimmer, aber es ging, solange ich lag.

Als ich dann aber aufstand, kam mir alles hoch, ich hatte zittrige Beine, konnte kaum stehen.

Auch auf der Heimfahrt mussten wir alle paar Minuten anhalten, weil ich mich übergeben mußte.

Zu Hause ging es dann weiter. Langsam wurde es mir Rätselhaft, so viel wie da aus mir herauskam, hatte ich doch gar nicht gegessen... irgendwann kam dann nur noch Galle, aber die Übelkeit hörte nicht auf.

Mir kamen dann schon die Tränen, denn meine Speiseröhre war völlig aufgeätzt und bei jeder neuen Runde tat es höllisch weh. Irgendwann dachte ich, das wars jetzt mit mir, meine Speiseröhre ätzt durch und ich verrecke...

Aber dann konnte ich Gott sei Dank einige Stunden schlafen. Jetzt trinke ich etwas Kamillentee und es geht mir besser, aber immernoch schwindelig und zittrig.

Die nächste Therapie wird eventuell um eine Woche verschoben, damit ich mich wenigstens etwas erholen kann...

19.5.08 17:04


Tag 3

An Tag 3 und 4 nach der Chemo geht es mir immer am beschissensten.

Die ersten 2 Tage geht es, da habe ich das Gefühl, auf einer tickenden Zeitbombe zu sitzen.

An Tag 3 geht die Bombe dann noch und an Tag 4 zeigt sie ihre Nachwehen.

Mir ist so schlecht. Meine Haut hat einen widerwärtigen, graugelben Farbton. Ich bin so stark gealtert in den letzten Monaten. Neben meiner Freundin sehe ich aus, als wäre ich ihr Großvater.

Heute sind wird auch noch zum Kaffee trinken eingeladen, um jemanden kennenzulernen.

Da wird diese Person sich schon fragen, was meine Freundin sich da für einen Typen abgegriffen hat. Glatzköpfig, alt, eingefallen, krank.

Ich widere mich gerade selbst an. Das wird heute ein Spießroutenlauf.

9.5.08 11:57


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