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Odyssee durch den Wald - Teil IV

Der Abend dämmerte herein. Es war zum Verzweifeln.

Ich dachte scharf nach. An irgendetwas mußte ich mich doch orientieren können. Die Menschen früher konnten das doch auch. Dann fiel mir ein, daß sie sich irgendwie an den Gestirnen orientiert hatten. Nur wie?

Ich dachte weiter nach. Wo war die Sonne, als ich in den Wald ging? Sie stand hoch am Himmel und ging dann, soweit ich mich erinnern konnte, ziemlich genau in der Richtung unter, in die ich lief. Also müßte ich, um die richtige Richtung zu finden, mich entgegengesetzt der Sonne bewegen.

Aber dafür war es zu spät, denn es wurde dunkel, immer finsterer.

Im Taiga-Wald wird es Nachts unglaublich finster. Wenn das Mondlicht nicht durch die Bäume scheinen kann, ist man eingehüllt von völliger Dunkelheit. Komischerweise macht diese völlige Dunkelheit weniger Angst, als ein mondbeschienenes Dunkel mit schemenhaften Schatten, die man nicht deuten kann.

Ich konnte Knacken hören, Schritte. Irgendwo unmittelbar in meiner Nähe mußten sich Tiere befinden, größere Tiere, aber ich konnte nichts erkennen. Ich fühle noch heute, wie mir das Herz bis zum Hals schlug und ein Adrenalinstoß nach dem anderen meinen Körper durchzuckte.

Man möchte schreien und weglaufen, angetrieben von diesen Stößen, aber wo soll man in der Finsternis bitte hinlaufen.

Ich hatte zu lang gezögert, nun war es zu dunkel um einen Baum zu finden, den ich sicher erklimmen konnte.

Noch eine Nacht allein hier draußen... wieviele noch?

Mir blieb nichts anderes übrig, als mich im Unterholz zu verkriechen, unter Äste und dem morschen Überrest eines gefallenen Baumstammes.

Ich fror, und der Hunger kam wieder. Und diese Geräusche, überall diese Geräusche. Ich fühlte mich so unsicher auf dem Boden. Im Wald gab es Wölfe und Bären. Wenn ein Wolf mich finden würde, hätte ich nicht den Hauch einer Chance.

Ich konnte nicht schlafen, meine Angst war viel zu groß. Meine Ohren spitzten sich bei jedem kleinen Knacken, immer auf Lebensgefahr gefaßt.

Ich lag da und harrte aus. Es verging Stunde um Stunde, endlos, wie Tage.

Würde es jemals wieder hell werden? Ich habe schon nicht mehr daran geglaubt...

Fortsetzung folgt.

 

2.9.08 22:31
 


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