Startseite
    Persönliches
    Viktor
    Familie
    Krebs
    Kindheitserinnerungen
    Glaubensfragen
    Weltgeschehen
    Undefinierbares
  Über...
  Archiv
  Alexander und Elvira
  Krank?
  Zwischen den Stühlen
  Kinder
  Auch Russen essen
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 



  Links
   Chinomso
   Gnadenkinder
   Asperger-Syndrom



Lilypie Zweiter Ticker




http://myblog.de/savik

Gratis bloggen bei
myblog.de





Odyssee durch den Wald - Teil II

Ich war tatsächlich eingeschlafen.

So richtig geschlafen hatte ich natürlich nicht, ich war eher eingenickt, wieder kurz aufgewacht, eingenickt.

Manchmal blieb ich etwas länger wach, wenn mir die Angst vor irgendeinem knackenden Geräuscht oder einem Tier, das sich gottseidank maximal als Fuchs herausstellte, das Adrenalin durch die Blutbahn trieb. Wenn das Herz bis zur Kehle hinaufpocht, kann man schlecht schlafen, aber irgendwann holte mich die Erschöpfung immer wieder ein.

Irgendwann kamen die ersten Sonnenstrahlen zwischen den Bäumen hervor und ich wurde munterer. Weniger von der Sonne als vielmehr von dem unerträglichen Hunger.

Meine Glieder waren steifgefroren, mir wurde erst viel, viel später klar, daß ich hätte erfrieren können.

Um etwas gegen die Kälte zu tun und gegen meine Situation im allgemeinen, kletterte ich vom Baum und setzte meinen Weg durch den Wald fort. Immer leise und vorsichtig, ich hatte Angst vor Bären.

Aber nicht vor Beeren! Beeren suchte ich, Moosbeeren, und fand sie auch. Meinen Hunger stillten sie nicht, aber es war besser als nichts. Ich fror immernoch entsetzlich. Ich beschloß, ein kleines Feuerchen zu machen.

Als Kind der Natur weiß ich bis heute, wie man Feuer macht ohne Streichhölzer oder Feuerzeuge. Trockene Äste, ein Stein, etwas trockenes Moos, reiben, pusten. Es dauert, aber es funktioniert. Ich schaffte es auch diesmal, ein kleines Feuerchen zu entzünden. In das Feuerchen hielt ich die drei kleinen Pilzchen, die ich gefunden hatte. Leider hatten sich die anderen vor mir versteckt.

Als ich etwas angewärmt war, beschloß ich, meinen Weg fortzusetzen. Es wurde langsam auch wärmer.

Ob sich meine Eltern wohl Sorgen machten? Ob es ihnen egal war, daß ich weg war?

Ich lief wieder für eine lange Zeit, doch noch immer kam ich an keinen Punkt, der mir irgendwie bekannt vorkam.

Würde ich jemals wieder aus diesem Wald herausfinden? Ich war hier in der Taiga, wenn man einmal tief genug drin ist, hat man verloren.

In meiner kindlichen Naivität war mir das nicht zu 100% klar, ich hatte zwar Angst, aber dennoch malte ich mir in mancher Minute in kindlicher Phantasterei aus, wie ich von nun an im Wald leben würde, und fand das sogar gut. Kein Streit mehr, keine Schläge mehr...

Fortsetzung folgt...

 

18.8.08 19:12
 


Werbung


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung