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Inzest in Österreich, oder: Scheuklappen ahoi

Wie die meisten Leute zur Zeit verfolge auch ich über Zeitungsmeldungen und Nachrichten dieses Inzest-Drama in Österreich, bei dem ein Mann seine Tochter 24 Jahre lang im Keller als Sklavin hielt und mit ihr 7 Kinder zeugte.

Dieser Fall ist wieder einmal ein Beweis dafür, daß der Mensch meist nur das hört und sieht, was er hören und sehen will.

Die eigene Ehefrau will 24 Jahre lang nicht gemerkt haben, daß ihr perverser Ehemann alle paar Tage in den Keller geht und die Tochter vergewaltigt.

Daß er da auch für 4 weitere Personen Lebensmittel, Toilettenartikel, Windeln, Kleidung etc. hineinschmuggelte, fiel ihr nicht auf. Auch nicht die Stromrechnung, Wasser, Heizung. Müll von 4 Personen, besonders alte Windeln und Babynahrung, wo es offiziell doch keine Babys im Hause gab! Und so weiter.

Da erzählen ehemalige Mieter und Nachbarn, daß Josef Fritzl ihnen, sowie auch seiner Frau und seinen Kindern strengstens verboten hätte, den Keller und den Hinterhof zu betreten.

Spätestens da wäre ich doch stutzig geworden und hätte einmal heimlich nachgesehen, was dort so Geheimnisvolles ist, daß man dort nicht hin darf. Wenn schon nicht als Nachbar, aber als Kind oder Ehefrau auf jeden Fall.

Ein Nachbar hat kratzende und klopfende Geräusche gehört und ließ sich mit der Ausrede abspeisen, das käme von der Gasheizung.

3 Kinder tauchten "aus dem Nichts" auf und bereitwillig wurde der Story geglaubt, Elisabeth habe ihre Kinder vor der Tür ausgesetzt und sei zu ihrer "Sekte" zurückgekehrt.

Und war keiner dieser Personen 24 Jahre lang jemals krank, so daß sie einen Arzt benötigt hätten?

Ich könnte ich nun ewig weitererzählen, was ich aber damit sagen will, ist, denke ich, klar: Es kann nicht sein, was nicht sein darf. Der Mensch kann sich zu einem hervorragenden Scheuklappenträger entwickeln, wenn es darum geht, Dinge zu ignorieren, die er nicht wahrhaben will, in die er nicht hineingezogen werden will.

Die Menschen sind alle ein wenig mitschuldig, daß Elisabeth Fritzl und ihre Kinder 24 Jahre als Sklaven in einem Keller dahindümpeln mußten.

12.5.08 05:49
 


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bisher 4 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Diana (12.5.08 09:12)
Lieber Savik,

ich stimme Dir schon zu. Wegschauen und weghören ist ein Phänomen, was wir in Deutschland ja schon vor 70 Jahren und länger beobachteten.

Doch hier geht es noch um ganz andere Dinge. Es wird immer "Inzest" so hervorgehoben. Doch geht es meiner Meinung nach in erster Linie um ein perverses Verbrechen. Und vergiss nicht, dass dieser Fritz seine Frau und andere dermaßen bedroht und verängstigt hat (er wollte alle vergasen!), dass die sich nicht trauten. Seine Frau war 17, als er sie heiratete, hatte keinen Beruf. Und heute? Sie MUSSTE alles verdrängen, das ist die Überlebenskunst, die man so oft bei Missbrauch beobachtet. Ein Kind, was in früher Jugend von Vater/Mutter missbraucht wurde, entwickelt eine richtige Verdrängensstrategie, um zu überleben. Das heißt nicht vergessen. Verdrängen ist so, als hätte man es nicht erlebt. Doch die Seele übernimmt irgendwann die Macht und schickt dem Körper Krankheiten. So entwickeln sich Missbrauchte oft zu Borderlinern, die sich ritzen, sie bekommen Panikattacken usw.

Ich denke, dass solche furchtbaren "Fälle" wie jetzt in Amstetten gar nicht so ungewöhnlich sind. Durch die heutige Kraft der Medien verbreiten sich die Horrorgeschichten schneller. Es passieren täglich so unglaubliche Dinge, dass man selbst nur noch dankbar sein muss, ein normales Umfeld zu haben.

Ein Psychologe hält Fritz übrigens für ein ausgesprochenes Mutterkind. Seine Mutter war eine Göttin für ihn und unerreichbar. Das erinnert mich an einen Dikator namens H., der im Zimmer seiner Mutter schlief und sie aufopfernd pflegte.

Der Mann ist krank und wird hoffentlich für den Rest seines Lebens weg gesperrt. Die Menschen müssen vor ihm geschützt werden. Was für unheilbare Wunden er an unzähligen Seelen angerichtet hat, vermag noch niemand zu überblicken.

Es ist ganz einfach nur traurig. Unendlich traurig.

Dir alles alles Gute!

Herzlichst Diana


DerUnglaubliche / Website (12.5.08 20:50)
Hallo, Savik.
Herzlichen Dank für deine Aufmerksamkeit und dein Comment bezüglich des letzten Artikels auf meiner Seite.
Ich habe dein Comment auf meiner Seite beantwortet und würde mich freuen, wenn du meine Antwort liest.

Zu deinem Text: Ja, das Missbrauchsdrama von Amstetten sprengt bisherige moralische Abgründe und ja, ich denke auch, dass VIELE, VIELE, Menschen nicht genügend Zivilcourage haben, um so etwas zu verhindern.
Ich will die Frau von Josef Fritzl auf keinen Fall verteidigen, denn auch ich schätze sie eher als wegschauend und feige ein, aber es muss dazu gesagt werden, dass nach geraumer Wahrscheinlichkeit auch sie von ihrem Mann geschlagen und terrorisiert wurde und so ein zusätzliches Hindernis für den nötigen Mut entstand, was aber natürlich keine Entschuldigung ist.
Grüße, DerUnglaubliche


Savik (12.5.08 23:16)
Ich bin mir auch ziemlich sicher, daß Rosemarie Fritzl, bewußt oder unbewußt, eine Verdrängungstaktik entwickelt hat, schon allein um sich selbst zu schützen... das passiert wohl früher oder später jedem Menschen in einer solchen Situation.
Ich kenne das alles...


DerUnglaubliche / Website (13.5.08 00:58)
Oh, ja, genauso ist es. Dass jetzt jeder vor Polizei und Medien permanenten Gedächtnisschwund hat und nichts bemerkt haben will ist nur zu logisch und total absehbar gewesen.
Ich lebe in Österreich und kann sagen, die meisten Menschen hier sind wirklich so, dass sie lieber nichts sehen und hören um ihre Haut zu retten und Problemen aus dem Weg gehen.

PS: Danke fürs weitere Comment auf meiner Seite, auch das habe ich mit einer Antwort versehen, wenns dich interessiert.
Liebe Grüße, DerUnglaubliche

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